0 von 0 Produkten
Keine Produkte für diese Filter

Entfernen Sie einen Filter oder setzen Sie alle zurück.

Alle Filter zurücksetzen

Eine gute Bindeschere gehört zu den Werkzeugen, die beim Fliegenbinden ständig in der Hand sind. Trotzdem muss nicht jede Schere dieselben Aufgaben erfüllen. Eine feine Trockenfliege stellt andere Anforderungen an die Klingen als ein voluminöser Streamer aus Haaren und synthetischen Fasern. Entscheidend sind deshalb nicht nur Schärfe und Größe, sondern vor allem Spitzenform, Klingenlänge, Schneidverhalten und der Einsatzzweck.

Welche Bindeschere brauche ich?

Für viele Binder ist eine gute Allround-Bindeschere der sinnvollste Einstieg. Sie sollte sauber bis in den vorderen Klingenbereich schneiden und gleichzeitig handlich genug sein, um Faden, Federn, Dubbing, Floss und kleinere Mengen Haar kontrolliert zu bearbeiten.

Wer regelmäßig sehr kleine Trockenfliegen, CDC-Muster oder detailreiche Nymphen bindet, profitiert zusätzlich von einer feinen Präzisionsschere mit schlanker Spitze. Damit lassen sich Materialien sehr dicht am Fliegenkörper kürzen und einzelne Fasern gezielter entfernen.

Für kräftigere Haare, größere Streamer oder umfangreichere Materialbündel kann dagegen eine etwas robustere beziehungsweise längere Schere angenehmer sein. Sie bietet mehr Schnittlänge und muss nicht für jede grobe Arbeit die empfindliche Präzisionsschere ersetzen.

Gerade oder gebogene Klingen?

Gerade Bindescheren sind besonders vielseitig und für einen großen Teil der täglichen Arbeiten am Bindestock geeignet. Gebogene Klingen können interessant sein, wenn entlang einer bereits aufgebauten Körperform geschnitten oder Material konturiert werden soll. Welche Form angenehmer ist, hängt deshalb stark von den gebundenen Mustern und der persönlichen Arbeitsweise ab.

Wichtiger als die reine Form ist, dass die Schere auch im vorderen Bereich kontrolliert schneidet. Gerade bei kleinen Fliegen entscheidet eine sauber arbeitende Spitze darüber, ob überstehende Fasern präzise entfernt werden können, ohne benachbartes Material mit abzuschneiden.

Glatte und mikroverzahnte Schneiden

Bei manchen Bindescheren ist eine Klinge fein verzahnt beziehungsweise mikroverzahnt. Dadurch kann glattes oder rutschiges Material beim Schneiden besser zwischen den Klingen gehalten werden. Das kann beispielsweise bei bestimmten synthetischen Fasern oder Haarmaterialien angenehm sein.

Sehr scharfe glatte Schneiden ermöglichen dagegen besonders saubere und kontrollierte Schnitte. Hochwertige Spezialscheren können außerdem aus besonders verschleißfesten Materialien gefertigt oder entsprechend beschichtet sein. Solche Ausführungen sind vor allem für Binder interessant, die viel binden und ihre Schere entsprechend intensiv einsetzen.

Eine Schere für alles?

Das funktioniert grundsätzlich – optimal ist es auf Dauer aber oft nicht. Aus unserer Sicht ist eine Kombination aus einer präzisen Schere für feine Bindearbeiten und einer zweiten, robusteren Schere für kräftigere Materialien sehr praktisch.

Feine Bindescheren sollten möglichst nicht für harten Draht oder ähnliche Materialien verwendet werden. Solche Arbeiten können Schneiden unnötig belasten und genau die Präzision beeinträchtigen, die man später wieder bei kleinen Fliegen benötigt. Für Draht und Tinsel lohnt sich deshalb ein dafür geeignetes Werkzeug beziehungsweise eine separate Schere.

Bindescheren passend zum Material auswählen

Beim Binden entscheidet das verwendete Material häufig darüber, welche Schere angenehm arbeitet. Für feine Federn und Hecheln ist kontrolliertes Arbeiten an der Spitze besonders wichtig. Bei Haaren und Fellen kann eine kräftigere Schneide sinnvoll sein, während bei Synthetik und Flash sauberes Erfassen und Schneiden glatter Fasern eine größere Rolle spielt.

Wer unterschiedliche Fliegenarten bindet, benötigt deshalb nicht zwangsläufig viele Scheren. Entscheidend ist vielmehr, zwei oder drei sinnvoll unterschiedliche Werkzeuge zu wählen, die die eigenen Bindearbeiten wirklich abdecken.

Bindescheren für Einsteiger und erfahrene Fliegenbinder

Für den Einstieg empfehlen wir zunächst eine sauber schneidende, handliche Allround-Bindeschere. Mit zunehmender Erfahrung zeigt sich schnell, ob zusätzlich eine besonders feine Präzisionsschere, eine gebogene Ausführung oder eine kräftigere Schere für Haare und Streamermaterial sinnvoll ist.

So entsteht Schritt für Schritt ein Werkzeugbestand, der zur eigenen Art zu binden passt – statt Werkzeug zu kaufen, das am Bindestock später kaum eingesetzt wird.