Unterwegs mit Thomas und Martin · September 2025
Ein Gewässer nach dem anderen, und jedes stellte uns vor andere Bedingungen: mal viel Wasser in der Ahr, mal ein stiller Bergsee, später die Enns und die Steyr in Österreich. Während unserer Live Fishing Tour 2025 haben wir die Erlebnisse direkt von unterwegs festgehalten. Hier ist die Reise noch einmal als zusammenhängender Bericht.
Südtirol: Erst einmal das Wasser lesen
Unsere ersten Tage verbrachten wir in Südtirol. Nach dem Regen führten Ahr und Rienz viel Wasser und waren eingetrübt. Solche Bedingungen lassen sich nicht wegdiskutieren: Man kann nur genau hinsehen, den Plan anpassen und versuchen, die passenden Stellen zu finden.
Am 7. September zog es uns deshalb noch zum Neves-Stausee hinauf. In dieser Berglandschaft zu stehen, war schon für sich ein Erlebnis. Wir sahen Fische, darunter Äschen und Saiblinge. Der große Fang blieb an diesem Tag aus, aber der Ausflug hat sich trotzdem gelohnt.
Am Toblacher See und zurück an die Ahr
Am 8. September probierten wir es am Toblacher See. Das Wasser wirkte an diesem Tag flach und trüb. Einige Forellen ließen sich überlisten. Eine größere Forelle am Auslauf sorgte noch einmal für Spannung, kam aber nicht bis in den Kescher.
Am folgenden Tag ging es wieder an die Ahr. Wir fischten von etwa 10 bis 17 Uhr bei hohem Wasser und leichtem Regen. Kleinere Äschen und Forellen sorgten für Kontakte; auch eine Marmorata war dabei. Leicht war das Fischen weiterhin nicht, doch nach und nach bekamen wir ein besseres Gefühl dafür, wo bei diesem Wasserstand etwas gehen konnte.
Regen, Planwechsel und der Meggima-Stausee
Der 10. September brachte erneut Regen und schwierige Bedingungen am Fluss. Also wechselten wir für einige Stunden an den Meggima-Stausee. Dort gingen kleinere Forellen an die Fliege. Es war keiner dieser Tage, an denen alles von selbst läuft – aber genau solche Wechsel gehören zu einer Tour mit mehreren Gewässern dazu.
Am nächsten Tag fischten wir mit Guide Gotti am Neves-Stausee. Thomas fing unter anderem eine kleinere Forelle und eine Regenbogenforelle von ungefähr 50 Zentimetern. Gotti zeigte uns außerdem seine Binde-Ecke – bei einer Fliegenfischer-Tour bleibt der Blick auf die Fliegen natürlich nicht aus.
Ein guter Tag am See – und ein besonderer Tag an der Ahr
Am 12. September kehrten wir zum Meggima-Stausee zurück. Diesmal lief es deutlich besser: Wir fingen zahlreiche Regenbogenforellen, und Martin konnte auch eine Bachforelle überlisten. Nach den wetterbedingten Planänderungen tat ein solcher Tag gut.
Der 13. September führte uns noch einmal an die Ahr. Der Fluss hatte weiterhin ordentlich Wasser, doch nun kamen wir besser zurecht. Martin fing auf denselben Zonker erst eine Marmorata-Forelle von etwa 50 Zentimetern und danach eine Bachforelle ähnlicher Größe. Eine noch größere Forelle, die wir auf ungefähr 60 Zentimeter schätzten, attackierte ebenfalls, hing aber nicht.
Thomas fand Fische im tieferen Wasser und fing sie mit einer schwarzen Goldkopfnymphe. Gerade nach den ersten Tagen zeigte dieser Abschnitt, wie viel beim Fliegenfischen davon abhängt, sich auf ein Gewässer einzustellen – und bei veränderten Bedingungen weiterzusuchen.
Weiter nach Österreich
Am 14. September packten wir zusammen und fuhren von Wengen in die Steiermark. Nach rund 350 Kilometern stand an diesem Tag kein Angeln mehr auf dem Programm. Wir bezogen unser Quartier im Gasthof Schnabl und freuten uns auf die nächsten Gewässer.
Der erste Angeltag dort war zäh. Wir wechselten mehrfach die Fliegen und versuchten, uns auf das Wasser einzustellen. Am Ende waren es nur kleinere Äschen. Unterwegs trafen wir auch zwei Angler aus den Niederlanden. Nicht jeder Tag einer Reise liefert große Fische oder volle Speicherkarten – manchmal bleibt vor allem die Frage, was man am nächsten Tag anders macht.
Die Enns zeigt wieder Fische
Nach weiteren Regenfällen mussten wir erneut auf Wasserstand und Trübung achten. Am 16. September ging die Enns zurück und wurde klarer. Nun stiegen Äschen auf Trockenfliegen ein; einige kamen an die 40 Zentimeter heran. Eine Regenbogenforelle nahm einen kleinen Appetiser-Streamer.
Das war genau die Veränderung, auf die wir gewartet hatten. Wo wir am Vortag noch suchen und Fliegen wechseln mussten, gab das Wasser nun wieder Antworten.
Zum Schluss an die Steyr
Am 19. September stand die Steyr in Oberösterreich auf dem Programm. Das Wasser war klar, und wir waren dort nicht allein: Auch andere Angler nutzten den Tag. Einige kleinere Regenbogenforellen gingen an die Fliege, ein großer Fisch blieb aus.
Wenn wir an diese Tour zurückdenken, sind es nicht nur die Fische, die geblieben sind: der Weg hinauf zum Bergsee, das Warten auf besseres Wasser, Martins Forellen an der Ahr und die Äschen, als die Enns endlich wieder klarer wurde. Mal mussten wir den Plan ändern, mal passte für ein paar Stunden alles zusammen. Genau deshalb fahren wir los.
