Drei Tage auf Hecht in Holland – Thomas’ 119-cm-Fang

Drei Tage auf Hecht in Holland – Thomas’ 119-cm-Fang

Von Thomas Dürkop · Holland-Tour 2024

Ingo und ich wollten drei Tage lang mit der Fliegenrute auf Hecht fischen. Dafür hatten wir uns in den Niederlanden einen Guide gebucht. Rob kannte die Gewässer gut und brachte uns an die Maas, die dort stellenweise mehrere hundert Meter breit und nur langsam fließt. Trotz der vielen Segel- und Motorboote gab es reichlich Wasser, das wir nach Hechten absuchen konnten.

Heißer Start und viele Nachläufer

Nach etwa drei Stunden Fahrt begannen wir gegen 10 Uhr zu fischen. Das Wetter machte es uns nicht leicht: Es war heiß und fast windstill. Vom Boot aus stand einer von uns am Bug, der andere am Heck. Rob steuerte uns so an Flachwasserzonen und Kanten entlang, dass wir gut werfen konnten.

Wir sahen Hechte, darunter auch große Fische. Einige folgten den Streamern, drehten aber vor dem Biss wieder ab. Erst gegen Abend nahm ein kleiner Zander einen ungefähr 15 Zentimeter langen Hechtstreamer. Er blieb unser einziger Fisch am ersten Tag.

Am zweiten Tag kommen die ersten Hechte

Am nächsten Morgen waren wir früh auf dem Wasser, um die kühleren Stunden zu nutzen. Hin und wieder raubten Hechte. Später wurde es erneut heiß, doch etwas Wind brachte Abkühlung und Bewegung ins Wasser.

Zwischendurch versuchten wir es auf Rapfen, die an der Oberfläche in Jungfischschwärme stießen. Sie zu beobachten war aufregend, für unsere Streamer interessierten sie sich allerdings nicht. Bei den Hechten lief es nun besser: Ingo und ich fingen jeweils einen Fisch knapp unter 80 Zentimetern. An den Ufern waren die Strandbäder voll und auf dem Wasser viele Boote unterwegs. Rob fand trotzdem immer wieder Stellen, an denen wir in Ruhe fischen konnten.

Der letzte Nachmittag: ein Hecht von 119 Zentimetern

Auch der Sonntag begann heiß und windig. Ingo landete einen gut genährten Hecht um 80 Zentimeter. Bei mir blieb es zunächst bei Nachläufern. Dann, gegen drei Uhr nachmittags, kam ein Biss, der sich sofort anders anfühlte.

Die Masse des Fisches und der Wasserschwall an der Oberfläche ließen uns auf einen großen Hecht hoffen. Trotz kräftig eingestellter Bremse nahm er Schnur, wann er wollte. Es waren keine wilden Fluchten – er zog mit einer Ruhe, die seine Kraft nur noch deutlicher machte.

Wir hatten ihn noch immer nicht richtig gesehen. Erst als er mehrfach um das Boot schwamm, erkannten wir schemenhaft seine Größe. Langsam kam er höher. Rob stand mit dem großen Kescher bereit, und gleich der erste Versuch gelang.

Thomas Dürkop hält seinen 119 cm langen Hecht auf dem Boot in Holland
Thomas mit seinem bisher größten Hecht: 119 Zentimeter.

Wir lösten die widerhakenlose Fliege und maßen den Fisch: 119 Zentimeter – mein bisher größter Hecht. Nach einigen Fotos setzten wir ihn vorsichtig zurück. Wegen der hohen Wassertemperatur brauchte er etwas Zeit, um sich zu erholen. Ihn schließlich in der Tiefe verschwinden zu sehen, war ein ebenso schöner Moment wie der Fang selbst.

Wir fischten noch ungefähr eine Stunde weiter und beendeten den Tag, bevor ein Gewitter aufzog. Im Herbst, bei angenehmeren Temperaturen, würde ich gern noch einmal zurückkommen – vielleicht gelingt dann auch ein guter Barsch oder Zander mit der Fliege.

Womit wir gefischt haben

Wir verwendeten Fliegenruten der Klasse 9 von Vision und Hardy, dazu passende Rollen und Fliegenschnüre von RIO, Vision und Wulff. Je nach Wassertiefe ergänzten wir Polyleader. Flexible Titanvorfächer gehörten beim Hechtfischen ebenfalls zur Ausrüstung.

Der erfolgreiche Streamer hatte einen gelben Kaninchenfellstreifen, einen Rehhaarkopf in Gelb und Chartreuse, einige Flash-Fasern und große holografische Augen. Wer solche Muster selbst binden möchte, findet bei uns Informationen zu den Fliegenbindekursen – darunter auch zum Binden von Hechtstreamern.